Cassia fistula

Cassia fistula Linn. syn: Wellia Tagera, Cassie glauca Lam., Cassia rhombifolia Roxb., Cassia bomplandiana, Cassia excels, Cassia fistuloides, Cathartocarpus excelsus, Cathartocarpus fistula, Bactyrilobium fistula,

Familie: Leguminosae

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Deutsch: Purgier-Cassie, Röhren-Cassie,

Englisch: Indian Laburnum, Purging Fistula, Golden Shower, Pudding Pipe, Purging fistula, Purging cassia,

Sanskrit: Nŗpa taru, Nŗpa druma, Kŗtamāla, Vyādhighati(a), Āragvadha, Rājāhvā, Caturaņgula, Śamyaka, Rājavrkşa.

Hindi: Amaltās, Girimālā

Kanada: Kakke, Kakke mara

Tamil: Konnai

Ayurveda:

Rasa (Geschmack): Ätzend, süß,

Guna (Eigenschaft): Schwer, weich, etwas klebrig,

Virya (Kraft, Wirkung): Kalt,

Doshas: Verringert Wind (Vata)

Verwendete Teile: Blätter, Früchte und Wurzelrinde. Es werden alle Teile verwendet, meistens frisch aber auch als Extrakt oder Pulver.

Verbreitung: Überall in Indien und Pakistan wild und in Anpflanzungen sowie in Brasilien, auf Java und Mittelamerika.

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Ethymologie: Wenngleich die Cassie noch im siebten Jahrhundert v. Chr. mit dem Zimtbaum verwechselt wurde (Herodot), wurden bereits von Dioskurides acht Arten der Cassie bekannt, wobei die Röhrencassie, die aus Indien über Alexandrien eingeführt wurde, die medizinisch am häufigsten verwendete war. Im Lateinischen wurde mit cassia der Rosmarin- Seidelbast bezeichnet und auch der Zimtbaum. Das Assyrische kasia beschreibt eine Zimtartige Rinde. In Kanataka, einer westindischen Sprache heißt die Cassie Kakke und Kakke mara.

Beschreibung: Ein mittelgroßer (8-15 Meter) Baum mit graugrünlicher weicher Rinde, wenn er jung und rauer, wenn er alt ist. Die Blätter sind hellgrün, die Blüten leuchtend gelb. Die Früchte sind lange Hülsen mit Kernen in einzelnen Zellen und von einer klebrigen, süßlichen Masse umhüllt.

Inhaltstoffe: Die getrockneten reifen Früchte haben ca. 60% Zucker, Pektine, Hydroxyanthracenderivate, Sennoside A und B.

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Eigenschaften: Die Blätter wirken abführend, werden aber hauptsächlich äußerlich als linderndes Mittel verwendet.

Anwendungen: Der Saft frischer, junger Blätter oder eine Paste daraus wird bei Ringwürmern aufgetragen, bei Hautirritationen nach einem Kontakt mit dem Saft der Früchte des Tintenbaumes und bei Schwellungen infolge von Wassersucht. Bei Frostbeulen trägt man einen Brei aus den Blättern auf. Bei Rheuma und Gesichtslähmung, reibt man die betroffenen Stellen damit ein. Die Blätter nehmen zudem den Juckreiz.

Das Fruchtfleisch besitzt einen hohen therapeutischen Wert. Es ist ein mildes, sicheres, angenehmes und nützliches Purgiermittel, selbst für Kinder und Schwangere. Erwachsenen verabreicht man etwa zwei Teelöffel des Fruchtmarks mit der selben Menge Zucker oder Tamarinde.

Als Purgiermittel verabreicht man zwei Esslöffel des Marks. Diese Menge kann aber auch Koliken, Übelkeit und Blähungen verursachen, weshalb man das Fruchtmark oft gemeinsam mit anderen Mitteln, wie Senna, verabreicht. Äußerlich streicht man das Mark Kleinkindern mit Koliken und Blähungen um den Nabel, um die Schmerzen zu lindern.

Umschläge mit dem Fruchtmark lindern Schmerzen bei Gicht und Rheumaschmerzen in den Gelenken. Verkrampfte Eingeweide lockert man mit dem Fruchtmark, das man mit Lein- oder Mandelöl vermischt eingibt.

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Die gemahlenen Kerne haben ebenso eine abführende Wirkung.

Die Wurzel wird als anregend, fiebersenkend und stark purgierend beschrieben. Sie sollte wegen ihrer starken Wirkung nicht alleine verwendet werden.

Ein alkoholischer Auszug der Wurzelrinde ist ein Heilmittel bei Schwarzwasserfieber (gefährlichste Malariaart, bei der aufgrund der Abfallprodukte der Niere, der Urin dunkel gefärbt wird) als Ersatz des Extraktes der Cassia beareana.

Tabernaemontanus:     Es werden uns allhier der Cassien zwey Geschlecht vorgestellt.

l. Das erste ist die gemeine Cassien/ welchs Holtz oder Baum/ darauff die Cassia zu wachsen pfleget/ dem Frantzosenholtz bey nahe gleich ist/ jnnwendig fest unnd derb/ nahe gegen den Rinden gelb/ an dem jnnertheil/ oder Kern schwartz/ hat auch grosse Wurtzeln/ wie der Nussbaum. Die Blätter sind spitzig. DSer gantze Stamm reucht starck/ dieweil er frisch ist/ alsbald er aber dürr wirdt/ verleuret er den Geruch. (Die Blumen seynd gelb/ fast wie an der GENISTA.) An den Aesten hangen Röre/ fast einer Elen lang/ bissweilen auch länger/ seyn rund/ derb und schwartzbraun/ jnnwendig mit weichen/ schwartzen/ süssen Marck gefüllt/ doch liegt solch Marck nicht gantz an einander/ sondern ist mit vielen holtzechtem Windlein unterschieden/ zwischen welchen harte Kern stecken fast wie kleine Hertzlein. Das Holtz oder der Stamm ist mit einer Aschenfarben Rinden umbkleidet.
ll. Das ander Geschlecht so bey nahe anderthalb Elen hoch wachsen/ die Blätter seynd wie ander THYMELEA, im Junio uberkompt es viel Blumen/ welche dick zusammen stehen wie an dem Oelbaum/ von Farben grünlecht gelb/ darauss die rote Beerlein wachsen/ welche gantz klebricht seyn: Es soll viel umb Rom wachsen/ (wie auch umf Franckreich umb Mompelier. Es wirdt von etlichen der Wurtzel Rinden für die CASSIAM LIGNEAM gebraucht.) Das ander aber und die aller beste sollen von ALEXANDRIA auss Egypten bracht werden/ (wächst auch in America/ in der Insel S. DOMINICI.)

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Von den Namen
CASSIA wirdt Teutsch genennet Cassien Röhren/ Lateinisch CASSIA FISTULA, und CASSIA FISTULATIS. Das Marck oder die aussgezogene Cassien wirdt genennt MEDULLA CASSIAE, unnd FLORES CASSIAE.

Von der Natur/ Krafft/ und Eygenschafft der Cassien
Das Marck in der Cassien ist warm und feucht im ersten Grad/ und vollkömlich feucht. Hat ein Krafft zu erweychen/ zu lindern und zu purgieren.

Jnnerlicher Gebrauch
Diese Cassien oder das aussgezogene Marck wird fürnemlich zum purgieren gebraucht/ in den scharpffen Fiebern und andern hitzigen Schwachheiten/ da man keiner starcken purgation von nöhten hat/ in welchen man sie mit grossem Nutz brauchen kan/ dann sie lindern die scharpffe hitzige Gall unnd die grosse Hitz/ leschet den Durst und erweichet: Aber sie ist dem Magen etwas zu wider/ macht leichtlich ein Unwillen/ und blähet auch etwas mit zu.
FALLOPIUS schreibet/ dass es gar ein sicher Artzney sey/ also dass man sie auch den jungen Kindern und den schwangern Weibern könne ohn alle Sorg eingeben: Sey auch gar nicht schädlich/ ohn allein dass sie Bläste mache/ unnd den Magen etwas zerstöre/ von desswegen man entweder die SPECIES DIARRHOD.ABBAT. oder aber gestossen Aniss unnd Fenchel (Jngwer oder Zimmet) darunter vermischen muss.
Der hochgelehrte und weitberühmte MONTANUS PROFESSOR PATANIUS, hat diese CASSIAM EXTRACTAM in grossem Brauch gehabt/ und jeder Zeit ein Quint. oder zween Scrupel nach gelegenheit dess Pulvers SPEC.HIERAE darunter vermischet/ damit er sie geschärpffet und corrigiert hat.
FERNELIUS schreibt/ dass man den jungen Kindern der FLORUM CASSIAE anderthalb Quintlein geben könne/ denen aber so etwas erwachsen seyn/ unnd den schwangern Personen zwey Loth/ unnd die so starck unnd vermöglich/ können drey Loth gebrauchen (entweder allein essen/ oder in einer warmen Hünerbrühe zertrieben unnd trincken mit obgedachtem Zusatz.) Wil man sie aber zu den Clistieren vermischen/ muss man nemen von zwey Loth biss auff vier.
Jedoch soll man sie nicht den jenigen geben/ so ein Grauwen und Unwillen haben dess Magens/ wie auch denen nicht/ so ein schwachen/ blöden und feuchten Magen haben/ oder mit dem Durchlauff geirret seyn.
Es purgiert aber diese CASSIA gar gelind/ also dass sie kaum uber den Magen kompt/ oder etwas weiter auss andern Gliedern ausszöge.
Jn den scharffen hitzigen Fiebern/ wie auch in dergleichen Schwachheiten/ ist es gar rhatsam dass man zu vor/ ehe man die Adern eröffnet/ den Leib mit dieser Casien purgiere/ wie dan von vielen zu geschehen pfleget.
Es wird auch diese CASSIA fürnemlich unter die PURGANTIA CHOLAGOGA gerechnet/ das ist/ welche die Gall aussführen.
Dieses Marck wird auch gar nützlich gegeben in den Brustschwachheiten/ so von scharffen unnd gesaltzenen Flüssen verursacht werden/ die grosse Hitz unnd scharffe Gallen darmit zu lindern und zu bezwingen: Dessgleichen ist es gut der hitzigen Leber/ und in allen andern brennenden Fiebern/ sonderlich zu hitzigen Zeiten.
Etliche brauchen auch dieses Marck zu dem brennenden harnen oder Kaltseych: Aber FALLOPIUS IN TRACT.de MEDIC. PURG. SIMPLIC.CAP.35.ist gar darwider/ unnd vermeldet/ dass man mehr Schadens dann Nutzens darmit aussrichte/ dieweil es noch mehr die Gallen zu der Blase führe/ dann es sey ein PHARMACUM DIURETICUM. Doch ausserhalb diesem Gebrechen kan es wol zu den hitzigen Nieren unnd Blasen gebraucht werden/ wie MESUES bezeuget.
(Zertreib es mit der Milch von den vier grössern kalten Samen bereitet/ oder mit der Brühe darinnen Süssholtz gesotten ist.
Wilt du es noch kräfftiger haben zu solchen hitzigen Gebrechen/ so bereyt folgende Brüh unnd zertreib das Marck darmit: mit frisch Süssholtz zwey Loth/ Schluten ein halb Loth/ zehen schwartze Brustbeerlein der vier kalten Samen/ jedes ein halb Quintlein/ die Stück siede in Wasser den dritten Theil ein/ seyhe es durch/ nimb der Brüh auff fünff oder sechs Loth/ vermisch dess frischen Marcks drey Loth/ und zertreibs wol zu einem Träncklein.
Man pflegt auch die grünen unnd noch nicht allerding zeitige CASSIEN röhrlin in Egypten mit Zucker einzumachen und also gen Venedig bringen.
Wem der Stein viel leyds thut/ der solle alle Monat ein Tag früh frisch aussgezogene CASSIA brauchen/ mit der Brüh darin Süssholtz gesotten. So man es mit Molcken oder Kässwasser menget/ thut es herrliche Wirckung.
Etliche gebens in form eines Latwerglins also: Nimb dess frischen Marcks auss den Röhren gezogen dritthalb Loth/ erlesenen Zimmet oder Hysop zu Pulver zerstossen ein halb Scrupel/ vermisch es wol und waltze es so lang in Zucker/ dass es zu einem harten Latwerglin werde.
Welche schwach und blöd Gedärme haben/ und von art ein flüssigen Bauch/ denen soll ein wenig Rhabarbara darzu vermischet werden ein oder zwey Scrupel mit dritthalb Loth dess Marcks.

Eusserlicher Gebrauch
So man das Marck anstreicht/ leschet es das Rotlauff/ auch andere hitzige Apostemen auff der Haut: dienet auch wider das Zipperle und Gliedwehe.
Mit Mandelöl vermischt/ unnd die Brust darmit geschmirt nimbt die enge hinweg. Ein Gurgelwasser/ mit grünem Coriander safft/ unnd den Schleim von P…samen und diesem Marck bereitet/ fast köstlich für Geschwulst dess Halss.

Von der Latwerge DIACASSIA FISTULA: DIACASSIA MAGISTRALIS und DIACASSIA CUM MANNA

Es wird in den Apothecken ein Latwergen DIACASSIA genannt zubereitet (so viel mehr zu Clystieren gebraucht wirdt) also: Nimb auffgedörrter Zwetschgen sechs: blawer Violen ein halb Hand voll/ Gersten/ Eniss/ Engelsüss Wurtzel/ wilden Saffransamen von den harten Hülsen gereiniget/ jedes dritthalb Quintlein/ Süssholtz frisch geschabenäein halb Loth/ Maurrauten/ Thymian/ Epithymi/ jedes so viel mit dreyen Fingern kan gefast werden: frischer Meerträubel von den inneren Kernlein gereiniget/ ein halb Loth: Burtzelsamen/ Pappelsamen/ Zimmet/ jedes anderthalb Quintlein/ Fenchelsamen ein Quintlein: diese Stück zerstoss groblecht/ seude sie in sechs Pfundt Wasser/ seyhe es durch/ trucks wol auss/ zertreib in der Brüh dess Cassien Marck ein Pfundt/ der sauwren Dacteln TAMARINDI genannt/ ein Loth: seihe es wider durch/ unnd trucks wol auss/ thu darzu ein halb Pfundt Zucker/ lass ob einem sanfften Kohlfewrlin langsam sieden/ mit stetigem rühren/ biss es in rechter dicke werde einer Latwergen. Diese Lattwergen wird auch mit Senetblättern geschärfft/ unnd CASSIA EXTRACTA CUM FOLIIS SENNAE genennet.
Auff ein ander Art bereitet/ unnd DIACASSIA MAGISTRALIS genennet: nimm Cassien Marck/ ein Pfundt Zucker penid/ Mertzenviol Safft/ der Dacteln Tamarind/ jedes vier Loth/ Rosensyrup drey Loth/ Veiolsyrup ein halb Loth/ diese Stück zertreib in einer Brüh/ darin Endivien/ Wegweiss/ Lattich und dergleichen so zu erhitzigten Leber dienstlich/ mit auffgedörrten Zwerfcken/ als viel du darzu bedarffest/ vermisch der besten und zu Pulver gestossen Rhabarbara ein Loth. Diss wird sehr gelobt in allen Mängeln der hitzigen Leber.
Aber DIACASSIAM CUM MANNA mach also: Nimb Zwetschgen vier Loth/ Mertzen Violen anderthalb Handvoll: Brunnwasser anderthalb Pfundt/ kochs halb ein/ seyhe es durch: in dem durchgesiehenen zertreib Marck von CASSIA zwölff Loth/ Violen Syrup/ Violenzucker/ jedes acht Loth/ ausserlesene MANNA vier Loth/ durchgetriebenen Tamarinden/ Zucker candi/ Zuckerpenid/ jedes zwey Loth/ kochs zu Lattwergen. Diss ist ein liebliche linde Purgation/ er hat gute Eröffnung/ und treibt die Gallen: ist in hitzigen Krankheiten sehr kräfftig/ von zwey Loth biss auff dritthalb.

CASSIA mit Zucker oder Honig zur Clystier

Nimb Bappeln/ Bingelkraut/ Mangolt/ Tag unnd Nacht/ Violen und Blumen/ jedes ein Handt voll/ Wermuth dess kleinen/ ein halbes Händlein voll: seudts mit so viel Wasser als gnug ist/ mit der Brühe wasche hernach CANNA CASSIAE, und seud es mit anderthalb Pfundt Zucker/ so dick als ein weiche Lattwerge/ zerlass dann Cassien Marck wol gereiniget ein Pfundt darein: etliche nemen für den Zucker gesotten unnd verschäumpten Honig eben so viel.
DIOSCORIDES schreibet/ die Cassien habe ein Krafft/ damit sie wärmet/ trucknet/ sänfftiglich zusammenzeucht/ unnd den Harn treibt/ wie auch die Monatzeiten der Weiber/ werde auch unter die COLLYRIA vermischt/ ein scharff klar Gesicht zu machen.

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Wichtigste Erwähnungen im AŞŢĀNGA HŖDAYAM:

Cassia Fistula ist u.a. Bestandteil von Brāhmī Ghee, Mahāvajraka Ghee, Mahāpañcagavya Ghee, der Neunergruppe die mit Trivŗt beginnt, der Āgravadha- Gruppe, vom Elexier des Vaśişţha, vom Mahāvajra- Öl und verschiedener Klistiere.

– SUT: XV/2 –

Die Gruppe der Abführmittel besteht aus Nikumbha, Kumbha, Triphalā, Gavākşi, Snuk, Dañkhini, Nilini, Tilvaka, Samyāka, Kampillaka, Hemadugdhā, Dugdha und Mūtra.

– SUT: XV/7 –

Die Arzneien aus Āragvadhādi, Arkādi, Muşkakādi, Asanādi, Surasadi, Mustadi und Vatskādi Gana lindern Schleim.

– SUT: XV/13 –

Parūsaka, Varā, Drākşā, Katphala, Katakaphala, Rājāhvā, Granatapfel und Sāka

heilen Durst und Blasenkrankheiten und lindern Wind.

– SUT: XV/17 –

Āgravadha, Iñdrayava, Pātalā, Kākatiktā, Nimba, Amrtā, Madhurasa, Sruvravrkşa, Pāthā, Bhūnimba, Sairyaka, Patola, Karañja dvaya, Saptaparnā, Agni, Suşavi, Randanaphala, Bāna und Ghontā gehören zur Āgravadha- Gruppe, die Erbrechen, Hautkrankheiten, Vergiftungen und Fieber heilt, Schleim reduziert, Jucken und Diabetes lindert und schlechte Wunden reinigt.

– SUT: XV/45 –

Syāma, Dañti, Dravañti, Kramuka, Kutaranā, Sankhini, Carmasāhvā, Svarñakşiri, Gavakşi, Sikhari, Rajanaka, Chinnaruhā, Karañjā, Bastāñtri, Vyādhighati, Bahala, Bahurasā und Tiksna Vrkşaphala bilden die Syāmādi- Gruppe und heilen Abdomen- Tumoren, Vergiftungen, Magersucht, Kapha- Erkrankungen, Herzerkrankungen und Harnverhalten.

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– CIT: I/55 –

Fieber, das einhergeht mit Leibschmerzen, Verstopfung, vermehrtem Wind und Schleim, kuriere man mit einem Dekokt mit Abhayā, Pippalīmūla, Śamyāka, Kaţukā und Ghana, das sowohl den Appetit als auch die Verdauung anregt.

– CIT: I/60 –

Hat Fieber seinen Ursprung in Schleim-Wind, bereite man ein Dekokt aus Vacā, Tiktā, Pāţhā, Āragvadhā und Vatsaka, mit Pulver von Pippalī oder ein Dekokt aus Chinnodbhavā mit Pippalī- Pulver.

– CIT: I /99 –

Bei Fieber mit gereiften und gelösten Doşās, oder bei Fieber nach Vergiftung oder Alkoholvergiftung, löse man das Erbrechen mit Presslingen aus Triphalā, Śyāmatrivŗt, Pippalī und Kesara aus, verabreicht mit Honig und Zucker. Oder mit Vyoşādi Ghrta. Oder man lasse das Pulver von Trivŗt mit Honig und Ghee lecken. Ebenso wirken Traubensaft oder Amblabeerensaft, sowie mit Milch oder Traubensaft verabreichtes Harītaki oder Āragvadhā.

– CIT: III/45 –

(Bei Husten, der durch Schleim entstanden ist,) Als Getränk am Morgen, nach oder vor den Mahlzeiten eignet sich Wasser, das mit Daśamūla zubereitet wurde, sauberes warmes Wasser, Wein oder Honigwasser, das mit dem Pulver von Puśkaramūla, Śamyāka und Paţola über Nacht angesetzt wurde.

– CIT: III/151 –

Bei geschwächten Personen mit einer starken Erregung der Doşas, verabreiche man zur Reinigung schwach abführende Mittel mit Fett vermengt, wie Ghee mit Śamyāka oder Trivŗt zusammen mit Traubensaft, oder einem Dekokt von Tilvaka mit frischem Saft der Vidārī.

– CIT: V/52 –

Ist Schleim die Ursache (von Appetitlosigkeit, lasse man erbrechen) durch Trinken von Nimba-, Dīpyaka oder Āragvadhā-Dekokt, oder starken Arişţas aus Honig, dem Honig beigefügt wird, oder durch Trinken von warmem Wasser mit den vorher erwähnten Mitteln, oder von Hareņu- Wasser.

– CIT: XV/62 –

Ist das Verdauungsfeuer wieder angefacht, verordne man eine Öltherapie, gefolgt von einer wiederholten Purgierung mit Milch, die man mit Trivŗt- oder Urubūka- Paste, mit Sātpalā- und Trāyamāņa- Paste oder mit Āragvadhā- Paste gekocht hat.

– CIT: XVIII/15 –

Herpes, der aus Schleim entstanden ist, heilt man mit einer Paste aus Triphalā, Padmaka, Iśīra, Samañgā, Karavīraka, Nalamūla und Anantā. Oder mit einer Paste aus Dhanva, Dill, Khadira, Devadāru, Kuraņţaka, Mustā und Aragvadhā. (…) Oder die Mittel der Varuņādi- Reihe. Oder die Blätter von Aragvadha, Rinde von Ślesmātaka, Blätter von Iñdrāņi, Kākāhvā und Śirīşa- Blüten.

– CIT: XIX/14 –

Hundertfach mit Āragvadhā- Wurzel gekochtes Ghee nehme man täglich ein, gefolgt von Khadira- Dekokt, um Aussatz schnell zu heilen.

– CIT: XIX/63 –

Eine Salbe aus der Rinde von Śirīşa, aus Kārpasī- Blüten, aus Rājavŗkşa- Blättern und aus Kākamācī heilt Aussatz.

– CIT: XIX/36 –

Lepra heilt Abhayā im Dekokt von Kuţaja, Agni, Nimba, Nŗpa taru, Khadira, Asana und Saptaparņā gekocht und mit Honig und Ghee eingenommen.

– CIT: XIX/59 –

Ein Bad in Wasser, das mit Mustā, Triphalā, Madana, Karañja, Āragvadha, Kaliñgyava, Saptāhva, Kuşţha, Phalinī, Dārvī und Siddhārataka gekocht wurde, ist hervorragend. Dekokt nur von diesen Mitteln eignet sich als Klistier und Brechmittel. Zudem reibt man damit die Haut ein, um die Farbe zurückkehren zu lassen, und Ödeme, Aussatz und Anämie zu heilen.

– CIT: XX/9 und 10 –

Junge Pūtika-, Arka-, Vyādhighāta-, Snuhī-, und Jātī- Blätter weiche man in Kuhurin auf und bringe sie auf die Haut auf, um Weißen Aussatz, Hämorrhoiden, Ringwurm, Krätze, Nesselsucht und schlimme Nebenhöhlengeschwüre zu heilen. Pūtikīţa (übel riechendes Insekt) verreibt man mit Rājavŗksa- Asche und heilt damit sicher Weißen Aussatz.

– UTT: VII/19 –

Je zwei Pala beider Pañcamūla, Triphalā, Nīśā dvaya, Kuţajatvak, Saptaparņa, Apāmārga, Nīlinī, Kaţurohiņī, Śamyāka, Puşkarajaţā, Phalgu- und Duarālabhā- Wurzel, verkoche man in einem Droņa Wasser auf ein Viertel. Dazu gebe man je ein Akşa Verreibung von Bhārñgi, Pāţhā, Ādhakī, Kumbha, Nikumbha, Vyoşa, Rohişa, Mūrvā, Bhūtīka, Bhūnimba, Śrayasī, Sārivā dvaya, Madayāntī, Agni und Nicula. Zudem ein Prastha Ghee und die zuvor genannten Flüssigkeiten. Dieses Mahāpañcagavya Ghee heilt hervorragend Fieber, Epilepsie, Blähbauch, Analfisteln, Ödeme, Hämorrhoiden, Gelbsucht, Anämie, Darmtumore, Husten und Krankheiten, die durch Dämonen entstanden sind.

– UTT: XVIII/49 –

Bei einem Abszess am Außenohr mache man feuchte Umschläge mit Kuhmist und bringe eine Salbe aus Vidañgasamen und Schafurin auf. Oder eine Paste aus Kuţaja- und Karañjasamen, Iñguda- und Śamyakarinde mit Schafurin.

– UTT: XX/8 –

Satāhvā, Tvak, Āgravadha und Syonaka-, Eranda- und Bilva- Wurzel verreibt man zu Pulver und vermengt es mit Tierfett, Ghee oder Bienenwachs, verbrennt es in einem Gefäß mit Deckel und inhaliert den Rauch.

– UTT: XXXII/4½ –

Bei Lotusstacheln (Pusteln) lasse man den Patienten sich mithilfe von Neem- Dekokt erbrechen, lasse ihn Ghee essen, das mit Neem- Dekokt und Honig zubereitet wurde und bringe dann eine Paste aus Neem- Blättern und Āragvadha auf.

– UTT: XXXII/8 –

Die anderen behandle man mit Reinigungstherapien, Aderlass und schließlich einer Paste aus Ārevata, Amŗta, Śyāmā, Kulatthikā- Wurzel, Dañti, Palala, Grütze und Salz.

– UTT: XXXV-56

Leckt man Pulver von Tāpya und Suvarņa(ka) mit Zucker und Honig, heilt man Vergiftungen aller Art. Ist das Kind von einem Dämon besessen, der einfach zu verjagen ist, halte man es drei Tage lang alleine in einem separaten Haus. Man öle seinen Körper, bade es und lasse stets ein Feuer in seiner Nähe brennen (…) Das Kind reibe man mit altem Ghee ein und bade es in warmem Wasser mit Balā, Nimba, Vaijayañtī, Nŗpa Druma, Pāribhadraka, Kaţvañga, Jambū, Varuņa, Kaţţŗaņa, Kapotavañkā, Mahāśvetā, Kapittha, Säften aus milchführenden Bäumen, Kadamba und Karañja.

Bilbliografie:

ASTANGA HRDAYAM (Vol. 1-6) von Srimad Vāgbhaţa in der Übersetzung von Hendrik Wiethase

Gesamtregister des ASTANGA HRDAYAM, H. Wiethase, ISBN 978393763240-9

J.F. Dastur, Medicinal Plants of India and Pakistan, Bombay

Prof. Dr. Karl Hiller, Prof. Dr. M. F. Melzig, Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen, 1999

Thampman PK (ed.). 1993. Trees and tree farming. Peekay Tree Crops Development Foundation. Kerala, India.

Tabernaemontanus, ( Jakob Dietrich, Jacob Ditter/Diether bzw. Jacob Theodor), Neuw Kreuterbuch, 1588

August Paul Dinand,Handbuch der Heilpflanzenkunde, 1921

A coloured atlas of the chinese Materia Medica, specified in Pharmacopoeia of the People´s Republic of China (1995 Edition). Guangdong science and technology press.

Pedainos Dioskurides, Materia Medica, 1. Jahrh.

Indian Medical Plants, C.P.Khare, 2007

Materia Medica of the Hindus, Uday Chand Dutt, 1922

The Indian Materia Medica, Dr. K. M. Nadkarni, Volume 1 und 2, 1908, rev1954, rev1976, rev1982,

Bombax ceiba

Bombax ceiba                                      

Familie: Malvaceae

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Deutsch: Roter Seidenwollbaum

Englisch: Silk cotton tree

Spanisch: Algodonero rojo

Sanskrit: Jingini, Śālmalī, Shalmalipurani (Blüten), Śāmalīpacchā (Harz), Raktapushpa, Sthirayu, Toolini, Chirajeevi, Raktotpala, Rochana, Mahadruma

Malayalam: Mullulavamarum, Samparuthi, Poola

Tamil: Elevam, Mul ilavan

Cannada: Booruganda-mara

Hindi: Nurma

Telgulu: Mundlaboorogachettu, Poor, Kondaburaga

Ayurveda:

Rasa (Geschmack): Süß

Guna (Eigenschaft): Leicht, etwas klebrig

Virya (Kraft, Wirkung): Kalt

Vipaka (Geschmack nach der Verdauung): Leicht

Dosha: Reduziert Schleim (Kapha) Vermehrt Galle (Pitta)

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Beschreibung: Normalerweise bis etwa 20 Meter, einzeln bis zu 60 Meter hoher Baum mit kräftigem Stamm, der jedoch zu weich ist, um als Nutzholz verwertbar zu sein. Die roten, tassenförmigen Blüten erscheinen im Frühling vor den Blättern. Daraus entwickeln sich längliche Kapselfrüchte, die Samen mit langen Fäden bergen, woher der Name Seidenwollbaum kommt. Anfang Mai fliegen die Samen mit Hilfe der fäden weite Strecken. Die Rinde des jungen Baumes ist mit breiten Stacheln bedeckt, die jedoch mit zunehmendem Alter schwinden.

Vorkommen: Überall in den feuchtheißen Tropen Indiens, Sri Lankas, Myanmars; Sumatras u.a.

Verwendete Teile: Samen, Rinde, Dornen, Gummisaft (Mocharas)

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Inhaltsstoffe: Die Samen enthalten gutes fettes Öl, der Gummisaft enthält Taqnnine und Gallsäuren

Eigenschaften: Die frische Blüte und der Gummisaft sind blutungshemmend und adstringierend. Die Wurzeln der jungen Bäume sind erweichend, anregend, leicht abführend und aphrodisierend. Die Rinde ist erweichend, Verdeuungsregulierend, und leicht adstringierend. Die Rinde und die Wurzeln sind abführend.

Anwendungen und Rezepturen: Eine feine Salmali-Salbe ist ein guter Schutz nach dem Reinigen einer Wunde.

Der Gummisaft wird in Dosen von 15 bis 30 Gramm bei Durchfall, Ruhr, übermäßiger Monatsblutung verwendet, wie auch Katechu.

Bei Harnverhalten und verabreicht man eine Verreibung der Blätter, die mit Milch vermengt wird.

Bei Bindehautentzündung bei Kleinkindern zerdrückt man die Blütenstempel in Mutter- oder Kuhmilch und bringt sie auf die Augen zur Linderung auf.

Bei Hautunregelmäßigkeiten trägt man eine Verreibung der Blätter auf.

Getrocknete junge Früchte sind heilsam bei Steinbildung und chronischen Entzündungen und Verletzungen der Blase und Niere, sowie Harnverhalten das damit einher geht, ausgenommen es handelt sich dabei um mechanische Ursachen.

Die Samen haben eine heilende Wirkung bei Gonorrhö, chronische Zysten und Katarrh, besonder in Verbindung mit der halben Menge an Gelbwurzel und Anis und der achtfachen Menge an Bambusmanna.

Bei Entzündungen bringt man äußerlich eine Verreibung der Rinde auf.

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Wichtigste Erwähnungen im ASTANGA HRDAYAM:

SUT: XV/26

Rodhra, Sābarakarodhra, Palāsā, Jiñgini, Sarala, Katphala, Yuktā, Kutsitāmba, Kadali, Gatsokā, Elāvalu, Paripelava und Mocā bilden die Rodhrādika- Gruppe. Sie heilt Krankheiten, deren Ursachen Kapha und Fett sind, Vaginalerkrankungen, hemmt das Ansteigen der Doşās und Malās, schenkt frischen Teint und zerstört Gifte.

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Priyañgu Puspa, die beiden Añjana, Padma, Padmaraja, Yojanavalli, Anañtā, Māhadruma, Mocarasā, Samañgā, Punnāga, Sita und Madaniya Hetu, Ambasthā, Madhūka, Namaskari, Palāsā, Kacchurā, Rodhra, Dhātaki, Bilvapesikā, Katvañga und Kamalaraja stellen die Priyañgu- und die Ambasthādi- Gruppe dar. Sie heilen chronischen Durchfall und Knochenbrüche, sind gut für Pitta und heilen sogar Geschwüre.

CIT: VII/115

Pulver von Rodhra, Kaţvañga, Kuţaja, Samañga, Śālmalī- Rinde, Kesara, Yaşţhyahvā und Sevyā esse man mit Reiswaschwasser. (Bei blutenden Hämorrhoiden)

125 bis 129

Je zwei Pala Yavāsa-, Kuśa- und Kāśa- Wurzel, Śālmalī- Blüten, junger Nyagrodha- Sprosse, Udumbara und Aśvattha, drei Prastha Wasser und ein Prastha Milch verkoche man auf ein Viertel und siebe es durch.

Zu diesem Dekokt gebe man die Verreibung von Mocarasa, Samaņgā, Cañdana, Utpala, Priyañgu, Kuţajabīja, Kamala-Kesara, Ghee, Honig und Zucker und verrühre es gut zu einem Einlauf. Dieser Picchā Basti heilt Ruhr, Rektalvorfall, starke rektale Blutungen und Fieber.

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IX/65

Das Dekokt von Niśā, Iñdrayana, Rodhrā und Elā heilt Durchfall von Verdautem. Ebenso das Dekokt von Mitteln der Rodhrādigaņa, Ambasthādigaņa und Priyaņgvadigaņa, einzeln getrunken.

72 bis 76

Frische Śālmalī-Blütenstängel umwickle man mit grünem Kuśagras zu einem Ball, forme darum eine Lehmkugel und dünste ihn in einem Feuer aus Kuhdung. Wenn die Lehmhülle trocken ist, entfernt man diese und verreibt die gekochten Blätter zu einer Paste. Ein Pala dieser Paste verreibt man in einem Prastha Milch und filtert die Flüssigkeit ab. Dazu gibt man eine Paste aus Nata und Yaşţī, Ghee, Honig und Öl um eine fette Klistier zu erhalten, die man nun verabreicht. Danach bade der Patient und trinke zur Speise Milch oder Fleischbrühe von Tieren aus trockenen Regionen. Dieser Einlauf heilt schnell Durchfall, dessen Ursache in der Galle liegt, sowie Gicht, Fieber, Wassersucht, Darmtumore, Zwölffingerdarmerkrankungen und auch die Folgen übermäßiger Einläufe und falscher Dekokt- Einläufe.

(Pala: 45,5 Gramm, Prastha: 728 Gramm,)

78 bis 80

Leidet einer bei guter Verdauung an schmerzlosem Durchfall ohne Unverdautem, wobei sein Stuhl aber seit langem mit Blut vermengt und vielfarbig ist, so behandle man ihn wie folgt: Einen Brei aus Śalmalī-Rinde formt man zu einer Kugel, die man mit Śriparņī umwickelt und mit einer Lehmschicht umhüllt. Ist diese etwas angetrocknet, legt man diese ins Feuer und entnimmt sie, sobald sie rot ist. Nach dem Abkühlen entnimmt man die Paste, drückt den Saft aus und lasse ihn den Durchfallpatienten mit Honig oder Zucker gesüßt trinken.

UTT: XXXIV/45 bis 50

Pāţhā, Sameninhalte vom Jambū und Mango, Śilodbheda, Rāsāñjana, Ambaşţhā, Śālmalīpicchā, Samañgā, Vatsaka- Rinde, Bāhlīka, Bilva, Ativişā, Rodhra, Toyada, Gairika, Śuņţhī, Madhūka, Mācīka, rakta Cañdana, Kaţphala, Kaţvañga, Vatsaka, Anañtā, Dhātaki, Madhuka und Arjuna sammle man, wenn der Mond im Krebs steht, bereite daraus ein feines Pulver und nehme es mit Honig und Reiswaschwasser ein. Es heilt blutende Hämorrhoiden und Durchfall, Krankheiten bei Kindern, die durch Würmer entstanden sind, Vaginalerkrankungen sowie Menstruationsprobleme mit blauem, weißem, purpurrotem oder schwarzem Ausfluss. Das hervorragende Rezept stammt von Ātreya und heißt Puşyānuga Cūrņa.

XXXII/19

(…) spitze Śālmalī-Dornen mit Melasse oder Kolamajjā verreibt man mit Hasenblut und Honig zu einer Paste und trägt sie auf, um das Gesicht hell wie der Mond zu machen und blauschwarze Flecken und Male zu heilen.

Bilbliografie:

ASTANGA HRDAYAM (Vol 1-6) von Srimad Vagbhaţa in der Übersetzung von Hendrik Wiethase

Gesamtregister des ASTANGA HRDAYAM, H. Wiethase, ISBN 978393763240-9

Uday Chand Dutt, Materia medica of the Hindus, Calcutta 1922

J.F. Dastur, Medicinal Plants of India and Pakistan, Bombay

Prof. Dr. Karl Hiller, Prof. Dr. M. F. Melzig, Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen, 1999

Ayurvedic Pharmacology and Therapeutic use of medicinal plants , Chaukhamba Publications, New Delhi 2009

Enzyklopädie der Holzgewächse, Handbuch und Atlas der Dentologie, Schütt, Weißgerber, Schick, Lang, Stimm, Roloff 1994

Indian Materia Medica, The Late Dr. K. M. Nadkarni, 1903 – 1954

Ayurvidya und Ayurveda…

Die Sanskritwörter veda und vidya bedeuten dasselbe, nämlich Wissen. „Ayurvidya“ bedeutet demnach wie „Ayurveda“ also „Das Wissen vom (langen) Leben“.

Der Ayurveda verwendet zur Herstellung von Heilmitteln neben Mineralien, Metallen und tierischen Stoffen zumeist Pflanzen und deren verschiedene Teile.

Wenngleich in Europa heute Bemühungen zu sehen sind, die Heilpflanzen des ursprünglichen Ayurveda durch „heimische“ Pflanzen zu ersetzen, sind wir von Ayurvidya der Meinung, dass aufgrund der Komplexität der verschiedenen Wirkstoffe schon in einer einzelnen Pflanze und obendrein im Zusammenhang mit ihrer natürlichen Habitat, dies nur teilweise und erst nach einer empirischen Versuchsreihe von sehr vielen Jahren möglich ist. Versuche in dieser Richtung erachten wir für interessant, aber noch für wenig ausgereift.

Jede Heilkunde basiert auf ihren vorhandenen Wirkstoffen und Pflanzen, weshalb die  Heilpflanzen der gemäßigten Zonen sich in den Systemen wiederfinden, die vor langer Zeit von Heilkundigen wie Pedainos Dioskurides, in seiner Materia Medica aus dem 1. Jahrh., Jakob Dietrich, Jacob Ditter/Diether bzw. Jacob Theodor genannt Tabernaemontanus in seinem Neuw Kreuterbuch von 1588 und mit ihnen Pioniere wie Hildegard von Bingen und auf dem Gebiet der Homeopathie Samuel Hahnemann begründet wurden.

Da eine Medizin erst dann richtig verstanden werden kann, wenn man sich das Wissen über die verwendeten Heilmittel angeeignet hat, wollen wir auf dieser Seite von Ayurvidya dem interessierten Besucher einen möglichst breiten Einblick in das Wesen einer jeden Pflanze geben, die im Astanga Hrdayam, dem jüngsten und umfassendsten Werk des Ayurveda erwähnt ist.

Der Übersetzer dieses großartigen Werkes, Hendrik Wiethase, hat sich in jahrelangen Studien dieses Themas angenommen und wird diese Seite täglich mit neuen Inhalten versorgen.